Scheinwerfer

von Franz-Manfred Schüngel

Der Fortschritt in der Lichttechnik ist an Scheinwerfern bereits von aussen deutlich erkennbar, Stand der Technik sind heute Klarglasscheinwerfer mit Freiflächen-Reflektoren. Da ist es schon sinnvoll, das Licht einer alten Alp ein wenig zu tunen, zumal ein Scheinwerferreflektor nach 10-15 Jahren schon ein wenig anläuft, was die Lichtleistung herabsetzt.

Der Scheinwerfer der Transalp PD06 bis 1993 ist ein sogenannter Typ 6054 (200 x 142 mm bzw. 7 7/8" x 5 5/8"), der auch in diversen äülteren ziegelsteinförmigen Autos (Rabbit/Caddy/Golf I und Mercedes 190D US-Modelle, ältere Honda Accord/Civic/Prelude, Suzuki Alto, Toyota 4runner und Pickup, Jeep Cherokee, Chevrolet Vans) sowie einigen Autos mit Klappscheinwerfern (Pontiac Firebird, Acura Integer, Toyota Celica, Nissan 240) verbaut ist. Daher gibt es auch reichlich Scheinwerfer im Zubehör, allerdings vor allem in den USA und in Japan - dort gibt es auch Klarglasscheinwerfer für die Alp.

Unterschiede der Scheinwerfertypen:

  • USA (D.O.T.) - Maximale Helligkeit 28000 Lumen, stärkere Lichtstreuung nach oben. Dadurch sind (in Europa reflektierende) Schilder über der Strasse besser lesbar, aber die Blendung wird stärker.
  • Europa (E#, # ist die Landeskennzahl) - Maximale Helligkeit 38000 Lumen, nach oben beschnittenes Strahlenbüschel. Dadurch mehr Licht auf der Strasse und weniger Blendung. Es gibt eine R/D-Version für Rechtsverkehr und eine L/G-Version für Linksverkehr. 
  • Japan (JDM) - wie ECE L/G, da man in Japan auf der linken Seite fährt. 
Legal ist in Europa nur ein ECE-Scheinwerfer (mit der E# im Kreis). Dieser kann dann aber auch nach Belieben ausgetauscht werden. Weiterhin ist diese Scheinwerfer aber auch am sinnvollsten, da sie mehr ausleuchten und weniger blenden. In den USA fahren viele Leute, bei denen der jeweilige Bundesstaat keine Kontrollen vorschreibt, mit ECE-Scheinwerfern herum. Bei USA-Grauimporten macht es somit Sinn, den Scheinwerfer auszutauschen, selbst wenn der US-Scheinwerfer eingetragen ist. Nebenbei bemerkt ist auch die Verwendung von Scheinwerfern, die sowohl die ECE- als auch die DOT-Zulassung tragen, nicht optimal, da sie die Nachteile beider Systeme kombinieren.

Passende Klarglasscheinwerfer gibt es leider nur in den USA (z.B. Pilot WI-HL5A, etwa 40 US$ pro Paar) und in Japan z.B. Raybrig FH05, etwa 7000 Yen), deren Verwendung aus den dargelegten Gründen nicht empfohlen werden kann. Die USA-Scheinwerfer sind häufig sehr preiswert. Es handelt sich dann um sealed beam Scheinwerfer, bei denen der Reflektor und die Lampe eine Einheit sind. Brennt die Lampe durch, muss der ganze Scheinwerfer getauscht werden.

Passende ECE-Scheinwerfer sind zwar nicht Klarglas-Modelle, aber deutlich heller als das Original - vor allem, wenn dieses schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. Erste Wahl ist der 200 mm-Cibié-Scheinwerfer von Valeo (etwa 40 Euro), gefolgt vom Hella-Modell 72206, welches ein bisschen billiger ist. Der Hella-Scheinwerfer sieht aus wie das Original und hat auch die Blech-Blende vor der Lampe, die zusätzlich Licht schluckt.
 

Austausch des Scheinwerfers:

Der Austausch des Scheinwerfers dauert gut 30 Minuten, in einer Stunde hat man dann auch das Werkzeug wieder weggeräumt und die Hände gewaschen. Die Seitenverkleidungen werden oben gelöst (je 3 Schrauben) und die graue Cockpit-Innenverkleidung entfernt (2 Schrauben). Darunter kommen 4 Schrauben SW10 zum Vorschein, die die Frontverkleidung halten. Sie greifen in Messingbuchsen, die in die Verkleidung eingepresst sind. Wenn sich die Schrauben nicht lösen, sondern nur mit Kraft drehen lassen, sind sie in den Buchsen festkorrodiert, die Buchse dreht sich mit. In diesem Fall zieht man die Verkleidung nach vorne und dreht die Schraube weiter, bis die Buchse aus der Verkleidung gerutscht ist. Nach Demontage der Verkleidung kann man die Buchse mit einer Zange greifen, die Schraube herausdrehen und die Buchse wieder in die zugehörige Öffnung der Verkleidung einkleben.
Der Scheinwerfer wird von einem dünnen Blechrahmen fixiert, an dem auch die dicke Dichtung angeklebt ist. Der Rahmen wird entfernt (3 kleine Kreuzschlitzschrauben), der Scheinwerfereinsatz entnommen und Stecker und Standlichteinsatz abgezogen. Der neue Scheinwerfer wird mit einem H4-Einsatz und der zugehörigen Gummikappe versehen, bei beiden auf die korrekte Orientierung achten. Standlicht und Stecker werden angeschlossen und der Einsatz mittels des Blechrahmens wieder fixiert. Nach Funktionstest kann dann die Verkleidung wieder montiert werden, ein erneutes Einstellen des Scheinwerfers ist in der Regel nicht nötig. 
 

  
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(c) 2007 Franz-Manfred Schüngel